NMM Exchange GLR Restores ohne Outlook/MAPI auf dem Exchange Server?

NetWorker nutzt für Einzelobjekt-Restores (Granular Level Recovery – GLR) das mitgelieferte Tool ItemPoint von Kroll Ontrack.

Leider benötigt ItemPoint jedoch eine MAPI-Schnittstelle. Hat man diese nicht, begrüßt einen das Tool mit diversen Fehlermeldungen beim Start. Bleibt man hartnäckig und klickt diese weg, kann man zwar sogar eine .edb Datei und das Log-Verzeichnis auswählen, aber danach hängt das Tool beim Öffnen und tut nichts mehr.

Viele Administratoren finden es ein Unding (und das zu Recht), dass man auf seinem Exchange-Server eine MAPI-Schnittstelle installieren muss. Also was nun?Vorweg: Will man ItemPoint nutzen, geht es ohne MAPI nicht. Die Schnittstelle wird von Microsoft schon lange nicht mehr genutzt, aber ItemPoint baut dennoch darauf auf.

Exchange bietet jedoch eigene Hausmittelchen, um die durch NetWorker gemounteten Datenbanken zu öffnen und um daraus Einzelobjekte zu restoren. Da dies schon einiges an Exchange-Knowhow erfordert, ist dies eher etwas für den versierten Exchange-Administrator. Der Backup-Admin steckt im Normalfall nicht so tief in der Materie und ist in den meisten Fällen auch nur für „seine“ Software (sprich in diesem Fall NetWorker, NMM & ItemPoint) verantwortlich.

Wenn man niemanden hat, der das entsprechende Exchange-Knowhow mitbringt und man trotzdem keine MAPI-Schnittstelle auf den Exchange-Servern installieren will, gibt es noch eine Alternative: Man installiert sie einfach auf einem anderen Server! Denn für den GLR mit anschließendem Export als .pst Datei braucht man kein Exchange!

Die einzige Voraussetzung ist, dass man einen Server mit einem von NetWorker unterstützten Windows Server Betriebssystem hat. Das NMM lässt sich leider nur auf einem Windows Server Betriebssystem installieren und nicht auf z.B. Windows 10.
Auf diesem Server installiert man dann entweder direkt die MAPI-Schnittstelle, welche man hier herunterladen kann oder eben ein Outlook. Bei Outlook sollte auf jeden Fall die NMM Dokumentation zu Rate gezogen werden, da man a) nur ein 32-Bit Outlook installieren darf und b) nicht alle Outlook-Versionen unterstützt werden. Outlook 2016 wird z.B. nicht unterstützt, bzw. liefert keine MAPI-Schnittstelle und hilft damit nicht.

Hat man NetWorker, NMM und eine MAPI-Schnittstelle installiert, muss man seinen auserkorenen Server für GLR und den, für die Restores genutzten Account noch in gewohnter Manier in der NMC in das Remote Access Feld in der Client-Ressource des Exchange-Servers (bzw. der Client-Ressource des DAGs, wenn man einen DAG mit IP hat) unter „Globals (2 of 2)“ eintragen.

Bekommt man das „Globals (2 of 2)“ nicht angezeigt, muss man vorher unter View den Diagnostic Mode aktivieren.
Beim erstmaligen Start des „NetWorker Users for Microsoft“ auf dem GLR-Server muss man dann noch unter „Options -> Configuration Options“ den Quell-Server (oder Quell-DAG) hinzufügen, damit man diesen im Tool als Quell-Client auswählen kann.

Auf dieses Symbol klicken:

Dann bekommt man eine Liste der Clients auf dem NetWorker Server angezeigt. Dort wählt man den/die Quell-Exchange-Server aus und kann diese dann mittels „Add“ auf die rechte Seite verschieben. Dann abspeichern und voilà. Nun kann man Exchange GLR Restores mit ItemPoint benutzen.